Pfeifen Geschichte Die beiden ältesten bekannten Pfeifenfunde stammen aus Poverty Point in Louisiana sowie von der Insel Marajo an der Amazonas-Mündung. Beide wurden auf die Zeit des 15. Jahrhundert v. Chr. datiert. Pfeifenähnliche Gegenstände waren zu jener Zeit auch im Nahen Osten bekannt, wo mit ihnen wahrscheinlich Hanf oder Opium konsumiert wurde.
In der Zeit vor Christoph Kolumbus war das Pfeifenrauchen im gesamten nördlichen Amerika bekannt, lediglich die Inuit sollen diese Sitte erst 100 Jahre nach Kolumbus übernommen haben. Meistens wurden die damaligen Pfeifen aus Holz, Horn, Catlinitstein oder Keramik hergestellt.
Die Friedenspfeife (Lakota: Chanunpa Wakan) ist noch heute ein bekanntes und gebräuchliches Symbol für eine Streitschlichtung. Die Friedenspfeife wurde früher „heilige Pfeife“ genannt und diente mehreren indianischen Ethnien, wie zum Beispiel den Lakota-Indianern, zum Gebet. Die „heilige Pfeife“ wurde auch zu Friedensabschlüssen, zur „Besiegelung“ von Freundschaften und während des Abschlusses von Verhandlungen, Geschäften und Verträgen geraucht. Daher prägten die weißen Einsiedler, die in diesen Zusammenhängen mit dem Ritual in Berührung kamen, den Begriff Friedenspfeife. In der Indianerkultur und deren Glaube hat jeder Teil einer Tabakspfeife eine spezielle Bedeutung. Der Pfeifenkopf, in der Regel aus Catlinitstein gehauen und geschnitzt, steht für „Mutter Erde“. Der Pfeifenstiel steht für das menschliche Ich und die Herkunft des Menschen. Das Pfeifenrohr wird aus dem Holz der Weißesche herstellt und stellt das Pflanzenreich dar.
Seit durch die Kulturaustausche mit den Indianern mit dem Tabak auch die Tabakspfeife aus der Neuen Welt nach Europa kam haben sich bis heute keine grossen Veränderungen an der Pfeifenherstellung ergeben. Die ältesten europäischen Pfeifenfunde stammen aus Bad Abbach, Niederbayern und werden zeitlich auf die mittleren Bronzezeit (1600–1300 v.Chr.) datiert. Vermutlich wurden hiermit Obst, getrocknete Kräuter und/oder Hanf geraucht[1]. Jedoch verwendet man seit dem Ende des 19. Jahrhunderts auch Bruyèreholz zur Pfeifenherstellung und seit dem 20. Jahrhundert Maschinen für die Massenherstellung günstigerer Pfeifen.
Die typische Pfeifenform hat sich im Gegensatz zu den langen, dünnen Pfeifen der amerikanischen Ureinwohner stark verändert. Die Tabakspfeife wurde kürzer und kleiner, bekam einen größeren Kopf, kürzere Holme und gebogene Mundstücke. Die heute bekannte Tabakspfeifenform wird erst seit dem 18. Jahrhundert verwendet.
Die amerikanischen und europäischen Tonpfeifen blieben bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts das gebräuchlichste Rauchinstrument für Tabak und können durch die auf ihnen angebrachten Marken oder Aufschriften sehr exakt datiert werden. So können Tonpfeifen innerhalb einer archäologischen Grabung eine gute Datierungshilfe sein.
In den Niederlanden (vor allem die Stadt Gouda ist hierfür bekannt) wurden bis etwa 1900 lange, schmale Tonpfeifen geraucht. Auf den Gemälden Jan Steens, Jan Vermeers und anderer Meister aus dem 17. Jahrhundert sind sie oft abgebildet. Die Abbildung einer Pfeife hatte oft eine moralisierende Bedeutung. Sie galt, wie der Weinbecher und die Seifenblase, als Sinnbild der Unmäßigkeit oder der Eitelkeit.
Im Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach findet sich ein Loblied Johann Sebastian Bachs auf seine „Tobackspfeife“, in der er sich selbst mit dieser identifiziert und vergleicht.
Von vielen Leuten (u.a. von J. R. R. Tolkien) wird das Pfeifenrauchen, im Gegensatz zum Zigaretten oder Zigarrenrauchen, als eine Kunst bezeichnet, da das erfolgreiche Rauchen einer Pfeife dem Raucher ein nicht zu unterschätzendes Mass an Können und vor allem Erfahrung abverlange. Japanische Pfeifen heissen Kiseru. |