Pfeifen Materialien Das Material einer Pfeife hat einen nicht unerheblichen Einfluss auf den Geschmack und die Ästhetik der Pfeife. Tabakspfeifen werden aus vielen verschiedenen Materialien gefertigt. Die am häufigsten benutzten sind Bruyère-Holz, Meerschaum, Ton oder andere Hölzer wie Kirschbaum und Olivenbaum. Seltener hergestellt und daher sehr teuer sind Pfeifen aus den speziell gezüchteten afrikanischen Calabash-Kürbissen mit Meerschaumeinsatz. Glaspfeifen sind eher Kunstobjekte, wobei sie meistens zum Rauchen von Cannabis benutzt werden.
Ton Die ersten europäischen Tabakspfeifen wurden aus Ton gefertigt. Durch dieses beständige Material und die regional unterschiedlichen Formen und Herstellerstempel sind Tabakspfeifen zu wertvollen Datierungshilfen für Archäologen geworden. Auch Sammler begeistern sich für diese Art von Pfeifen. Tonpfeifen wurden im 19. Jahrhundert mehr und mehr durch Holzpfeifen verdrängt, die handlicher und nicht so zerbrechlich waren. Heute werden Tonpfeifen wegen ihres geringen Anschaffungspreises noch als Gastpfeifen verwendet. Durch das hitzebeständige Material eignen sie sich außerdem als Probierpfeifen für neue Tabaksorten. Nach dem Gebrauch können sie durch Ausglühen wieder vollständig gereinigt werden.
Bruyère Die meisten der heute verkauften Pfeifen, ob handgemacht oder maschinell gefertigt, sind aus Bruyèreholz gefertigt. Erstmals wurde 1880 dieses sehr glutbeständige Holz von Pfeifenmachern aus dem französischen Juraort Saint-Claude zur Tabakspfeifenherstellung verwendet. Bruyère ist aus den Wurzelknollen der Erica arborea gefertigt, die meistens in mediterranen Gegenden wild wächst. Es weist eine Struktur auf, die abwechselnd aus festen Bestandteilen und solchen mit schwammigem Charakter besteht, die sehr viel Kondensat aufnehmen können. Es hat eine typische helle Holzfarbe, die mit Beizen und Lacken farblich verändert werden kann, ohne seine holztypischen Maserungen zu verlieren. Besonders hochwertige Pfeifen werden aus dem Randbereich der Wurzelknolle, dem sogenannten Plateau-Holz hergestellt, das meistens eine sehr schöne Maserung aufweist.Es wachsen mit der Zeit auch Steinchen und Sandkörner in das Holz ein, die später zu Kittstellen werden.
Meerschaum Die Meerschaumpfeife wurde in Europa erst im 18. Jahrhundert bekannt, aller Wahrscheinlichkeit nach war sie aber in der Türkei, dem Land, in dem dieses Material hauptsächlich vorkommt, bereits im 17. Jahrhundert in Gebrauch. Das Mineral Meerschaum, das ursprünglich Lüle Stein (Lületaş türk.) hiess, ist ein Tonmineral, chemisch analysiert ein Magnesiumsilikat, verwandt dem Magnesit, auch Sepiolith genannt. Die Eigenheit des Nachdunkelns im Zuge der ständigen Benutzung unterscheidet die Meerschaumpfeife von anderen Pfeifenmodellen. Die Vorteile von Meerschaumpfeifen gegenüber Pfeifen aus Holz bestehen u.a. darin, das ein Einrauchen überflüssig wird, das sie Geschmacksneutral sind und das das Material (Meerschaum) überaus Feuerbeständig ist. D.h. ein Anbrennen einer solchen Pfeife ist theoretisch ausgeschlossen und es ist problemlos möglich eine solche Pfeife ohne dadurch entstehende Schädigungen heiss zu rauchen. Ein grosser Nachteil besteht allerdings darin, das Meerschaum ein sehr zerbrechliches Material ist (wiePorzellan). Bereits im Jahre 1173 wurde Meerschaum in Eskisehir aus fossilen Kalksedimenten gewonnen, die rund 250 Kilometer von der Küste entfernt in Tiefen bis zu 250 Metern lagern. In der Antike wurde das Gestein zur Fertigung von Ornamenten verwendet. Erst im 17. Jahrhundert, nachdem der Tabak eingeführt war, wurde Meerschaum auch für die Herstellung von Pfeifen benutzt. Die Flöze, die geeignet sind, liegen in Nordanatolien, man findet das Mineral aber auch in Tanganjika und in Italien, genauer, in den Magnesitgruben von Baldissero Canavese (Piemont). Ein Abfallprodukt des Meerschaums ist Massa, eine Masse, die aus den Abfällen der Blöcke und einigen anderen Substanzen wie Gips und einem Bindemittel vermischt, zu entsprechenden Blöcken gepresst und zu Pfeifen verarbeitet wird. Die Pfeifen aus diesem Material sind daher – wie das Ausgangsmaterial selbst, etwas schwerer als der echte Meerschaum. Es werden auch Pfeifen aus Bruyéreholz angeboten, die einen Einsatz aus Meerschaum besitzen. Sie sind billiger und weniger empfindlich in der Handhabung.
Calabashpfeifen (Kürbispfeifen) Ebenfalls im Handel, aber sehr teuer und selten sind Calabash Pfeifen, die aus dem im südlichen Afrika wachsenden Calabash Kürbis hergestellt und mit einem Einsatz aus Meerschaum zu einer Pfeife werden. Die Calabash Pfeife hat einen stark geschwungenen Holm und einen konischen Pfeifenkopf.
Glas Handgeblasene Glaspfeifen sind eine der meistgeblasenen und eine der am aufwändigsten zu blasenden Werkstücke. Cannabis Glaspfeifen werden auch Bong genannt und fast ausschliesslich zum Rauchen von Cannabis genutzt. Glaspfeifen beeinträchtigen durch ihre Geschmacks und Geruchsneutralität den Rauch in keiner Weise. Jedoch kann das Glas im Gegensatz zu Holz, Ton oder Meerschaum das beim Rauchen entstehende Kondenswasser nicht aufnehmen, so dass dieses den Tabak oder das Cannabis durchfeuchtet und das Kondensat (Sud) in den Mund gelangen kann. Die Cannabispfeife ist nicht mit der orientalischen Shisha zu verwechseln.
Shisha (Wasserpfeife) Die Shisha, auch Wasserpfeife, ist keine typische Tabakspfeife. Um sie zu rauchen, werden neben dem speziellen Wasserpfeifentabak auch Wasser und Spezialkohle benutzt. Die Shisha entspricht im Aufbau eher einer chemischen Waschflasche als einer Tabakspfeife. Sie besteht aus mindestens vier Teilen: einem Gefäss, einer Rauchsäule, einem Topf und einem Schlauch. Das Gefäß wird Bowl oder Vase genannt. Es ist häufig verziert und besteht aus Glas oder Metall. Auf die Bowl wird die Rauchsäule gesteckt oder geschraubt. Sie ist im allgemeinen aus Metall, das mit Chrom oder Messing beschichtet wurde und ebenfalls verziert sein kann. Manche Rauchsäulen sind auch aus Holz gefertigt. Auf die Rauchsäule wird der Topf bzw. Kopf gesetzt. Es handelt sich dabei um ein kleines Gefäß aus Ton oder Metall, das an seiner Unterseite Löcher aufweist. An der Rauchsäule befindet sich ein oder mehrere „Rauchanschlüsse“ für die Schläuche mit Mundstücken.
Imkerpfeife Die Imkerpfeife ist keine Pfeife im herkömmlichen Sinn, sondern eher ein Rauchbläser. Ein Ventil im Inneren lässt nur das Pusten zu und verhindert das Ansaugen von Rauch. Das Inhalieren wäre auch nicht günstig, da als Rauchmaterial meistens kostengünstiges Material, wie Sägespäne, Gras, Rainfarn, morsches Weichholz (z.B. Pappel) verwendet wird. Die Imkerpfeife ist aus Haltbarkeits- und Gewichtsgründen meistens aus Aluminium gefertigt. Sie dient einzig dazu, mit Rauch die Stechbereitschaft der Bienen bei einem Eingriff des Imkers in den Bienenstock zu senken. |