Pfeifentabak Pfeifentabakblätter aus Pflanzen, die zuvor aus speziell veredelten anderen Tabaken gezogen wurden, werden oft noch aromatisiert und besonders behandelt. Es werden meistens getrocknete und fermentierte Burley- und Virginia-Tabake verwendet. Würzige Tabake, wie zum Beispiel orientalische und Balkan-Tabake wie Latakia (feuergeräucherter Würztabak aus Zypern oder Syrien), Perique (aus Louisiana) oder Tabake aus Afrika, Indien oder Südamerika sind teurer und werden oft zur Veredelung von hochwertigen Tabakmischungen verwendet.
Traditionell sind „amerikanische“ oder „dänische“ Tabake leicht aromatisiert, während „englische“ Tabake auf einer Mischung von natürlichen Virginia-Tabaken und orientalischen, würzigen und stark bis sehr starken Tabaken basieren. Diese Länderbezeichnungen sind lediglich auf die Art des Tabaks und auf die Aromatisierung bezogen, nicht auf die Herkunft oder das Herstellungsland. Ein Großteil der Pfeifentabake des europäischen Marktes wird heute in Dänemark oder Außenstellen dänischer Firmen wie Orlik, Stanwell und MacBaren unter verschiedenen Markennamen produziert und exportiert. In Deutschland sind bekannte Hersteller Planta Berlin, Pöschl und Kohlhase & Kopp. Der auch vielen Nichtrauchern bekannte typische „Pfeifentabakgeruch“ stammt von den aromatisierten „dänischen“ Sorten. „Englische“ Pfeifentabake kommen von ihrem Rauchgeruch starken Zigarren gleich. Neben diesen zwei Formaten ist in den 1990er Jahren ein Trend in Richtung sehr stark aromatisierter Tabake entstanden, die meistens mit künstlichen Fruchtaromen versetzt werden.
Pfeifentabak ist in verschiedenen Press- und Schnittarten auf dem Markt. Fast jeder Tabak wird individuell gemischt und anschliessend in grossen Platten erhitzt, gepresst, aromatisiert und gereift. Anschließend wird er meistens in eine der folgenden Schnittarten verarbeitet:
Heute sehr verbreitet ist Pfeifentabak, bei dem die Blätter zunächst stark gepresst und anschließend aufgelockert verpackt werden. (ready rubbed mixture) So lässt sich der Tabak ohne große Vorbereitung rauchen und er brennt leichter. Es gibt auch Tabake, die, ohne vorher gepresst zu werden, in dünne oder breitere Streifen geschnitten werden. Diese sind allerdings, abhängig von der Blattbreite, etwas schwerer zu rauchen und eher etwas für fortgeschrittene Raucher.
Die Mischungen werden in Weichpackungen (Pouches), meistens zu 50 Gramm, vereinzelt auch in 40-Gramm- oder 100-Gramm-Portionen, oder in vakuumversiegelten Dosen von 50 bis 500 Gramm angeboten. Letztere sind oft fast luftdicht wiederverschließbar. Zunehmend verbreitet sind auf dem Markt allerdings auch (undichte) Schmuckdosen mit Aufsteck/Klappdeckel, in denen der Tabak in einer versiegelten Schutzfolie verpackt ist. Nach Öffnung dieser Hülle bieten diese Dosen kaum Schutz gegen Austrocknung und Aromaverflüchtigung. Diese Art der Verpackung ist bei einigen Herstellern besonders für neueingeführte Modetabake beliebt.
Eine heute nur noch selten verarbeitete Tabakschnittart ist der Curly Cut. Als Curly Cut wird ein Tabak bezeichnet, dessen Mischung zu einem dünnen Strang gedreht und in kleine runde Scheiben geschnitten wird. Diese Scheiben können entweder in der Handfläche zerrieben werden, bevor sie geraucht werden oder ganz in die Pfeife gestopft werden.
Der ältere Flake Cut ist ein stark zusammengepresster Tabak, der in der Handfläche in die gewünschte Feinheit zerrieben und zerdrückt wird. Er kann auch lediglich passend geknickt in den Pfeifenkopf gegeben werden und auf diese Weise ganz geraucht werden. In der Herstellung wird der Tabakkuchen vor dem Pressen ohne weitere Aufbereitung in zwei Schneidevorgängen erst in Riegel, dann in rechteckige dünne Scheiben geschnitten und schliesslich in einer luftdichten, rechteckigen Metalldose verpackt. Die Entstehung dieser Tabakpresskunst ist auf die Rationierung der Seemannsverpflegung in der Schifffahrt zurückzuführen. Da für jede Person auf dem Schiff nur beschränkt Lagerungsraum zur Verfügung stand, begann man den Tabak auf ein möglichst kleines Volumen zu komprimieren. So tragen heute noch viele Flake-Sorten einen Namen, der mit der Schifffahrt in Verbindung steht, beispielsweise Royal Navy Flake. Flakes halten die Feuchtigkeit länger als fertiggeschnittene Mixtures und haben einen intensiveren Geschmack.
Von einigen Tabakmanufakturen wird der ungeschnittene Tabakkuchen als Plug verkauft, von diesem muss sich dann der Pfeifenraucher jeweils seine Portion abschneiden.
Der Cube Cut ist eine selten verkaufte Schnittform, bei der verschiedene Tabakblattsorten aufeinander gelegt werden. Diese werden wie beim Flake gepresst und in kleine Würfelchen (cubes) von jeweils nur wenigen Kubikmillimetern geschnitten. Diese Schnittsorte ist ebenfalls schwer zu rauchen, da die kleinen Tabakwürfel nur schwer verbrennen. |